Dachzeltauswahl

Bei den Dachzelten gibt es inzwischen eine fast unüberschaubare Auswahl an Modellen und Herstellern. Grob lassen sich diese aber in 4 Kategorien einteilen:

Hartschalen-Dachzelte
Diese bestehen aus einer unteren und einer oberen Schale aus Alu, GFK oder günstigerem ABS. Zum Übernachten werden die Schalen aus einander geklappt, entweder die obere fährt parallel nach oben oder sie klappt auf, so dass eine Dreiecksform entsteht.
Ein solches Hartschalenzelt aus GFK, parallel-aufklappend wäre eigentlich vom Zelt her mein Favorit gewesen. Das wäre dann aber vom Gewicht her ein Problem auf unseren Trägern geworden und die Hartschalenzelte sind auch die teuersten.

Klappdachzelte
Das sind die ganz klassischen Dachzelte, die es schon seit Jahrzehnten gibt: Auf dem Dach befindet sich eigentlich nur die halbe Grundfläche des Zeltes, die andere Hälfte wird dann auf dem Standplatz ausgeklappt und dabei das Zelt mit aufgeklappt. Damit hat man im Zelt recht viel Platz und diese Zelte gibt es schon vergleichsweise günstig. Nachteil ist aber, dass das Zelt zur Hälfte über das Auto hinausragt. Anna behagte es dabei nicht, dass die Leiter mit als Stütze genutzt wird und ich finde es schön in den Abmaßen des Fahrzeugs zu bleiben, da wir auch Wohnmobilstellplätze anfahren wollen und ich im Hinterkopf auch die Grauzone „wild“ schlafen im Auto zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit habe. Daher entschieden wir uns gegen ein Klappzelt.

Aufblasbare Dachzelte
Noch recht neu sind die aufblasbaren Dachzelte. Diese sind nicht allzu schwer und sie haben auf dem Dach ein recht kleines Packmaß. Aber wir haben mit aufblasbaren Dingen (Luftmatratzen und Zelte) einfach keine guten Erfahrungen. Ständig ist irgendwo ein Loch oder eine Undichtigkeit, was bei einem Dachzelt (auch der Boden hält nur durch Luft!) doppelt doof wäre. Ob diese Bedenken nun berechtigt sind oder nicht, aber ohne Vertrauen wäre das sicherlich kein ruhiger Schlaf. Und günstig sind diese Zelte auch nicht.

Klappzelt vollständig auf dem Auto
Und dann gibt es noch eine besondere Form, die einen Teil der Vorteile von Hartschalenzelt mit Klappzelt vereint: Das Jimba Jimba. Gelegentlich wir diese Bauform auch mal unter anderen Marken angeboten, aber das Jimba Jimba von Sheepie ist das bekannteste und dauerhaft erhältlich. Bei diesem Zelt befindet sich die komplette Grundfläche wie bei einem Hartschalenzelt auf dem Dach des Autos. Das Zelt wird aber einfach aufgeklappt, nachdem man die Abdeckplane abgenommen hat. Der Boden besteht bei diesem Zelt nur aus Alulatten auf denen ein styroporartiger Schaumstoff den Boden unter der Matratze bildet. Dadurch ist das Zelt recht leicht, bleibt in den Fahrzeugabmessungen und ist auch finanzielle ein Kompromiss aus Hartschale und Klappdachzelt.

Doch bevor wir die finale Entscheidung getroffen haben, wollten wir uns die verschiedenen Zelte mal ansehen. Zunächst habe ich mich mal in den klassischen Campingläden der Umgebung umgesehen, wurde dort aber nicht wirklich fündig. Dann habe ich allerdings aufgeschnappt, dass Globetrotter auch Dachzelte führt. So haben wir uns von Mainz aus auf den Weg gemacht um dort mal ein paar Zelte anzusehen. Und wir hatten Glück: Wir konnten eine GFK-Hartschale, eine ABS-Hartschale und ein Klappzelt ansehen und auch ausprobieren. Das wackelige ABS-Ding machte auf mich keinen guten Eindruck, da wirkt GFK schon um ein vielfaches hochwertiger und auch stabiler. Beim Klappzelt interessierte uns insbesondere das Auf- und Zuklappen. Das ist schon umständlicher als eine Hartschale aber mit der Leiter als Hebel geht das doch noch. Jobbedingt war ich wenig später in Köln, wo der Globetrotter eine noch größere Auswahl hat und ich auch mal eine dreieckige Hartschale testen konnte. Aber es blieb bei unserem Wunsch: Hartschale ist teuer und zu schwer, also ein Jimba Jimba. Ob das wirklich auf dem Auto brauchbar ist haben wir einfach mal mit Holzlatten in den verschiedenen Zeltgrößen getestet.

Inzwischen war die Corona-Pandemie so langsam auch in Deutschland angekommen. Wir wussten nicht wie sich das Ganze weiter entwickelt und ob oder wann auch wieder Nachschub der Zelte, die in China gefertigt werden, nachkommt. Also haben wir bei Tourtec (Deutscher Vertrieb der Sheepie-Zelte) angerufen und sehr spontan für den nächsten Tag, einen Freitag, einen Besichtigungstermin ausgemacht. Hier wurden wir wirklich ausführlichst beraten und konnten alles ansehen und ausprobieren, absolut empfehlenswerter Händler! Am Wochenende wollten wir uns das dann noch einmal durch den Kopf gehen lassen und trafen schließlich die Entscheidung: Das Jimba Jimba soll es werden. Nach dem Probeliegen war auch eindeutig klar, dass wir die größere Variante mit 1,40 x 2,00 Liegefläche brauchten. Leider waren wir mit unserer Entscheidung allerdings zu langsam… Inzwischen waren tatsächlich die Restbestände ausverkauft. Mist! Die nächste Lieferung sollte irgendwann im Mai kommen, das war uns zu spät zumal wir uns nicht sicher waren, dass die China-Lieferung dann wirklich kommt. Also schnell nach Alternativen umgesehen und bei Obelink angerufen. Die hatten das Zelt noch vorrätig. Also haben wir es zurücklegen lassen und sind noch am Montag direkt nach Annas Feierabend losgefahren. Vorteil dabei: Es gab gerade eine Aktion, dass die Meshunterlage für die Matratze noch dazu geschenkt wird; auch wenn es mir leid tat, nicht bei Tourtec kaufen zu können nach der hervorragenden Beratung. An der Warenausgabe in Holland konnten wir uns so noch schnell alles kurz vor Geschäftsschluss abholen. Auf dem Parkplatz haben wir das Zelt dann direkt problemlos montiert und uns wieder auf den 320km langen Heimweg gemacht.

Wir hatten nun also unser Zelt! Die erste Tour zum Testen war eigentlich für Ostern geplant… Bis uns da Corona einen Strich durch die Rechnung machte.

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